12. Tag: Managua (25. September)

So, jetzt ist es fix: ich bin krank. Halsweh, wahrscheinlich Fieber (aber bei den Temperaturen kann man das sowieso nicht genau sagen: man schwitzt eh immer wie ein Schwein, und ich halt jetzt wie zwei). Carol und Andi sind mit einem Motorroller in die Stadt gefahren, wegen den Ringen und anderen Kleinigkeiten. Sie haben mir aus der Apotheke 2 verschiedene Medis mitgenommen: einmal so was ähnliches wie Parkimed und ein Antibiotikum. Bin zwar kein wirklicher Freund davon, gleich mit Kanonen auf Spatzen zu schießen, aber schließlich will ich morgen gesund sein und auf der Hochzeit tanzen. Außerdem würde Krankheit den Urlaub unterbrechen, und ich weiß nicht ob mir ein nicaraguanischer Praktiker da für meinen Chef was schreiben könnte *ggg*

Also bin ich den ganzen Tag mehr oder weniger faul in der Hängematte gelegen, hab gelesen und geschlafen. Für die Hochzeit hab ich Servietten gefaltet und für die Gäste abgezählt. Fotos kann ich derzeit keine mehr anfügen, da meine Kamera seit San Juan NACA 7 ist (sprich: tot). Muss ich mir dann von den anderen Kameras zusammensuchen. Aber scheinbar hat heute niemand wirklich fotografiert, wie ich heute beim vervollständigen des Berichts entdecken muss.

Am Abend hab ich mich dann doch aufgerafft und bin mit meinem Papa und Andreas zu einem Friseur. Nachdem ich auf Urlaub in, hatte die nette Friseurin ganz schon zu tun, um sich durch meinen 8-Tage-Bart zu kämpfen – ganz so wie es früher üblich war, mit einer einzigen scharfen Rasierklinge. Ich schau jetzt um Jahre jünger aus, meinten alle…

Zum Abendessen gab es was typisch österreichisches: Putenwienerschnitzel mit Kartoffelsalat. Hat allen wirklich gut geschmeckt. Ich fühl mich, als ob ich am Vortag gesoffen hätte. Ach so – das habe ich ja - Mist. Ich fühl mich echt bescheiden. Aber es wird schon wieder, morgen geht’s mir bestimmt wieder super. Heute muss ich noch Carol den Wiener Walzer beibringen, das werden wir jetzt dann angehen.

13. Tag: Der Hochzeitstag (26. September)

Durch die gesamte Hochzeit ziehen sich die Buchstaben RO - Reyes und Oertl - ist sozusagen das Hochzeits-Logo.

Der große Tag. Dafür sind wir tausende Kilometer gereist. Und es hat sich gelohnt. Ich muss sagen, es war mit Abstand die schönste Hochzeit, die ich jemals erlebt habe. Natürlich begann der Tag stressig: das noch fertig machen, dies noch abholen und jenes noch organisieren... aber das möchte ich jetzt weglassen. Interessant war aber folgendes: in Nicaragua ist es üblich, dass der Bräutigam seiner Braut noch ein kleines Geschenk macht - also sind wir zu einem Schmuckgeschäft gefahren, wo Andi für Carol noch ein paar Ohrringe und eine dazu passende Halskette gekauft hat. Die Ladenbesitzerin hat uns dann mal beiläufig gefragt, von wo wir her sind. Und siehe da: die Tochter dieser Frau lebt in WIEN! Da wurden dann Geschichten erzählt, das Familien-Foto-Album ausgegraben und Telefonnummern getauscht. Ich glaub wir waren dann eine Stunde in dem Geschäft, ich wurde dann schon etwas nervös, weil Zeitdruck und so. Aber die Menschen sind so unglaublich offen und herzlich hier.

Aber kommen wir nun zur Hochzeit. Ich werde hier mehr Bilder als Worte unterbringen, also legen wir los:

So, es wird ernst. Alle schmeißen sich in Schale, die Fliege muss natürlich perfekt sitzen.

Links die Kapelle. Der Weg vor zum Altar wunderschön mit Kerzen beleuchtet (Carol hätte sich beim Verlassen der Kapelle fast ihr Kleid angezündet *gg*). Rechts meine Mutter mit Ferdinand, ein Ex-Zivildiener, der den Mut hatte in Nicaragua ein selbständiges Leben anzufangen, mit einer Segelschule.

Dieses Foto links gefällt mir persönlich besonders gut... ob meine Eltern irgendwann ihr Eheversprechen durch eine "2. Hochzeit" erneuern? Auf diesem Foto sieht es fast danach aus :-) Rechts die Schwester von Carol: Cecil

Ständiger Begleiter: dieser Fotograph. Er hat ständig Fotos gemacht, insgesamt an diesem Abend an die 1.000 (!). Seine Fotos sind zum Teil auch hier eingebaut, leicht erkennbar an der "Signatur".

Die Zeremonie war wirklich schön, es gab Live-Musik und der Pfarrer hat sogar eine Zeit in Tirol verbracht und hat einleitend ein paar Sätze auf Deutsch gesagt. Hier ein paar Bilder der eigentlichen kirchlichen Hochzeit.

Links wird Carol von ihrem Papa zum Altar geführt, rechts die 3 Brautjungfern.


Und dann kam mein wichtiger Auftritt: als Trauzeuge musste ich natürlich was unterschreiben:

Und hier das frisch vermählte Brautpaar, mit Eltern und den bezaubernden Brautjunfern. Ich kann ehrlich nicht in Worte fassen wie sehr ich mich für die zwei gefreut habe.

Auf besonderen Wunsch von Carol war ein Gast sogar in einer typischen "Lederhosn" da :)

Dann sind wir zu einem Restaurant außerhalb Managuas gefahren. Es ging einen großen Hügel hinauf, und von oben hatte man eine wunderbare Aussicht auf die Stadt Managua. Doch bevor wir zum Feiern in den großen Rancho durften, musste das Brautpaar erst einen typisch deutschen Brauch über sich ergehen lassen. Ganz allein haben sie es nicht geschafft, aber dafür gibts ja (Schwieger)Eltern.

Nachdem das geschafft war, durften wir weiter in den Rancho. Sehr festlich:

Natürlich gab es auch viele Ansprachen... das Brautpaar selbst und natürlich auch Freunde und Verwandte. Ich hab auch ein paar Sätze gesagt, ich frag mich nur wieso das niemand fotographiert hat?! 

Es wurde viel getanzt, gelacht, getrunken, gegessen - es gab natürlich auch die eine oder andere Aufgabe für das Brautpaar zu lösen, ich glaube Andi hat die unten dargestellte sehr genossen :-)

Das rosa Band wurde dann übrigens versteigert! Da kamen schon ein paar Dollar zusammen, die für Andi und Carols Hochzeitsreie-Kassa geflossen sind (sie haben aus Zeitgründen die Hochzeitsreise schon vor der kirchlichen Hochzeit angetreten, sie waren in Nicaragua unterwegs. Gut, dass sie schon in Österreich standesamtlich geheiratet haben!

Ich konnte leider nicht so mitfeiern wie ich mir das gewünscht hätte, mein grippaler Infekt hatte mich doch noch sehr im Griff. Den konnte ich durch ein paar Cola-Rum lockern, aber zum Tanzen und so hats für mich doch nicht gereicht. Dafür war meine Mama besonders aktiv :)

(Kann mich jetzt leider nicht erinnern, wer den Brautstrauß gefangen hat)

Nach einer langen und schnönen Feier sind wir alle sehr, sehr müde ins Bett gefallen. Von den nächsten Tagen gibts leider keine Fotos mehr, da meine Kamera NACA 7 und meine Eltern haben dann auch nicht mehr fotografiert.

14. Tag: Managua (27. September)

An den Tag kann ich mich nicht mehr wirklich erinnern. Andi und Carol haben in einem Hotel übernachtet, Ferdinand hat dafür im Elternhaus von Carol mit uns übernachtet. Er ist dann am Vormittag wieder nach Granada zurück zu seiner Segelschule. Ich hab mich erwartungsgemäß nicht besonders gut gefühlt, das weiß ich noch. Wir haben dann Koffer gepackt und und so.

15. / 16. Tag: Die Heimreise (28. und 29. September)

Jose-Luis und meine Eltern haben mich dann am in der Früh zum Flughafen gebracht. Ich weiß noch dass einer meiner Koffer um 1kg so oder zu schwer war, also hab ich noch was auspacken müssen. Der Flug selbst war sehr ereignislos, es gab wieder einen privaten Fernseher für mich, viel schlafen konnte ich nicht, obwohl ich es probiert hätte.

In München angekommen bin ich dann mit einem Flughafentaxi nach Linz gebracht worden, direkt vor die Haustür. Dieser Service war nur unbedeutend teuerer als eine Fahrt mit der Bahn... Danke an dieser Stelle nochmal an meine liebe Freundin und Kollegin Barbara H., die mir den Tipp gegeben hat! Ich hab im Auto sofort schlafen können, war ja wirklich sehr sehr müde.

So ist ein wunderschöner Urlaub zu Ende gegangen. Ich hatte dann noch den Dienstag zum Ausspannen, am Mittwoch bin ich dann wieder zur Arbeit. Der Alltag hat mich jetzt wieder, aber diese Reise und die Hochzeit werde ich nie vergessen.