8. Tag: Rückkehr nach Managua (20. September)

Heute war der internationale Tag des Naturschutzes oder so was ähnliches, jedenfalls haben sich in der Laguna bei der Spanischschule ca. 15 Leute zusammengefunden, die an diesem Tag Müll suchen wollten. Dazu waren auch Taucher gekommen, die Müll vom Kratersee geborgen haben. Da diese Spanischschule auch einen wissenschaftlichen Auftrag hat (z.B. die Beobachtung der dort ansässigen Vögel) wurde der gesammelte Müll gewissenhaft studiert und dokumentiert (wie viele Papierfutzerl auch aufgehoben wurden). Ich bin mit dem Kajak hinausgepaddelt mit einem Seil, damit die Taucher, wenn sie einen Autoreifen finden, den an das Seil binden können. Im Endeffekt haben sie die Autoreifen aber im Wasser gelassen, weil einige Fischarten dort ihr Nest haben oder so ähnlich.

Kurz nach dem Mittagessen, so gegen 2 Uhr, sind Carol und Andi mit der Camionetta aufgetaucht. Es war ein herzlicher Abschied von der Belegschaft der Spanischschule wirklich sehr nette und interessante Menschen. Wir sind dann nach Masaya gefahren und wollten dort zum Mercado. Dort gibt es viel volkstümliche Kunst, die sich sehr gut als kleine Mitbringsel eigenen. Durch eine großes Straßenfest oder so was Ähnliches war es sehr schwierig für uns, überhaupt bis zum Mercado vorzudringen. Nach einer halben Stunde oder so haben wir es geschafft und uns in die engen Gänge zwischen den einzelnen Standeln gequetscht.

Dann ging es, nach einem kurzen Stopp um was zu essen zu bekommen, zurück zum Elternhaus von Carol. Ihre Eltern waren auch unterwegs, um das Kleid für Vicenta abzuholen, das sie auf der Hochzeit tragen wird. Das Highlight des Tages war dann der Besuch der Disco "Chaman" in Managua. Pauschaleintritt, dann alle Getränke frei. Getanzt wurde bis zum Umfallen, sehr eng, sehr erotisch, der Tanz als der vertikale Ausdruck eines horizontalen Verlangens! In Nicaragua sagt man, dass Frauen in der Disco mit ihrem Po die Gürtelschnalle des Mannes polieren, wenn man eng umschlungen (beide in die gleiche Richtung blickend) Salsa tanzt. Wir waren jedenfalls bis 3 Uhr unterwegs, hätte ich eine Gürtelschnalle getragen, wäre sie wahrscheinlich wirklich wie neu. Leider haben wir da keine Fotos, da die Kamera zu sperrig gewesen wäre.

9. Tag: Managua (21. September)

Der Tag begann im Eiltempo: da ich laaaange geschlafen habe, wurde ich geweckt und 10min später saßen wir im Auto auf dem Weg in ein Restaurant zum Brunch. Hier in dieser Familie wird am Wochenende nicht gekocht, das ist sozusagen Familientradition. In dem Lokal, wo wir waren, haben sie aus alten Autoreifen Deko gemacht!

Danach sind wir zum Mercado Oriental, einfach ein wenig durchschlendern, sehen was es so gibt. Ein paar nette Kleinigkeiten haben wir wieder entdeckt.

Jetzt, am frühen Nachmittag, schreibe ich die letzten Tage in diesen Bericht und werde auch ein paar Fotos dazu suchen. Unbedingt möchte ich aber versuchen, Ivan bzw. Roger-Luis zu besuchen - ich weiß zwar nicht ob sie da sind, aber sie wohnen nur ein paar Blocks von hier. Ich werde einfach mal vorbei spazieren.

OK, das Haus, wo Roger-Luis gewohnt hat, scheint derzeit leer zu stehen. Schade.

Dafür sind wir am Nachmittag in den Supermarkt gefahren. Es hat dann so heftig zu regnen begonnen, dass die Straße in der Stadt ca. 0,5m überschwemmt wurde! Da wir mit dem 4x4 – Pick-Up unterwegs waren, sind wir mutig durchgefahren. Leider zu schnell. Die Welle, die das Auto vor sich her schob stieg über die Motorhaube, setzte den Luftfilter unter Wasser und killte damit den Motor. Jetzt scheint Wasser in den Zylindern zu sein, hoffentlich wurden die Ventile nicht beschädigt.

10. Tag: Managua (22. September)

Es ist ein durchwegs ein ruhiger und gemütlicher Tag. Vicenta und Andreas haben einige rechtliche Dinge wegen des Grundstücks erledigen müssen, meine Mutter ist mit Carol in ein Massage-Studio gegangen. Sie haben sich eine Stunde lang verwöhnen lassen. Ich bin hier in der Wohnung geblieben, hab ein paar Emails geschrieben, gelesen, das Telefon gehütet (weil Jose Luis war ja auch arbeiten).

Die Putzfrau ist gekommen und hat Wäsche gewaschen und Bäder geputzt und die Küche wieder mal so richtig sauber gemacht. Morgen kommt sie wieder und wäscht den Rest der Wäsche und bügelt.

Am Abend, wie wieder alle da waren, sind 3 Freundinnen von Carol gekommen. Sie werden die Brautjungfern sein, ich bin gemeinsam mit Carols Schwester Trauzeuge. Das ist schon eine große Verantwortung und Ehre hier in Nicaragua, und ich freue mich sehr, dass Andi und Carol mir dieses große Vertrauen entgegen bringen. Es bedeutet mir wirklich viel.

Und dann begann die große Diskussion: wer muss wann in der Kirche sein, in welcher Reihenfolge betritt wer mit wem die Kirche, wer trägt was, in welcher Reihenfolge wird die Kirche wieder verlassen usw. usw. Was ich mitbekommen habe ist, dass ich gemeinsam mit Cecilia (Carols Schwester) als 3. in die Kirche einmarschieren werde. Ich bekomme dann die Ringe von einer der Freundinnen von Carol, und ich werde dann die Ringe im geeigneten Augenblick überreichen.

Weiters wurden unsere Anzüge genau vom Hochzeitskomitee begutachtet. Mein Anzug konnte den kritischen Blicken standhalten, mein Vater hatte weniger Glück: sein schönster Anzug, den er hat, ist nicht pechschwarz sondern dunkelbraun, mit ganz dezent roten Streifen oder so. Nicht elegant genug, also müssen wir uns einen leihen *hihi*

Im Anschluss sind noch ein paar Geheimnisse geplant, von denen ich schon bisschen was erfahren durfte, aber das schreibe ich hier jetzt nicht, weil es eben Geheimnisse sind *gg*

Am Abend hab ich noch ein bisschen gelesen. Carol hatte dann mit ihren Freundinnen ihren Junggesellenabschied, sie ist bis jetzt noch nicht zurück (aktuelle Uhrzeit: halb 9 Vormittag des 23. September). Sollen wir uns Sorgen machen? Werde mal Andi fragen ;-)